Das „Ponticelli-Ensemble“ und die Alte Kirche Mochenwangen scheinen wie füreinander geschaffen zu sein: Schon seit einigen Jahren führt die überwiegend mit Streichinstrumenten agierende Gruppe mit Sitz in Aulendorf, aber auch mit Wurzeln nach Wolpertswende, ihr neues Programm fürs laufende Jahr im Rahmen eines Neujahrskonzerts dort auf, so auch wieder am frühen Sonntagabend, dem 8. Januar. Die große Beliebtheit dieser Traditionsveranstaltung war schon daran zu erkennen, dass rund eine Stunde vor Konzertbeginn die ersten Gäste eintrafen, um „mit Sicherheit noch einen guten Platz zu bekommen“ –  nicht ganz zu Unrecht, denn schon geraume Zeit vor Beginn waren die Stühle für die Zuhörer weitgehend besetzt.

Neues Programm? Aber sicher: mit „strings over the moon“ vielleicht die eine oder andere bekannte Weise, aber bislang bei Ponticelli eben noch nicht im Repertoire: Betont klassisch bzw. mit Musiken aus der Romantik erfreute das engagiert aufspielende Ensemble im ersten Teil mit Werken von Mozart, Schubert, Tschaikowsky und Boccerini – überwiegend in Eigenarrangements – zunächst die Zuhörer. Nach der Pause wurde es deutlich „fetziger“. Zu den Geigen, Bratsche und Cello gesellten sich mit zunehmender Dominanz Kontrabass, Percussion und E-Piano dazu, und alsbald beherrschten Swing- und Jazz-Rhythmen weitgehend überseeischen Ursprungs den Raum. Dank der für diese Musikergruppe – drei junge Frauen und vier junge Männer – scheinbar „maßgeschneiderten“ Akustik in der Alten Kirche war es für das Hörerlebnis eigentlich auch völlig gleichgültig, wo man Platz gefunden hatte. Die Zuhörer gingen begeistert mit und ließen am Ende des Programms die mit vielseitigem Können aufwartende Freizeit-Musiziertruppe erst nach zwei Zugaben von dannen ziehen.

(Wolfram Boog)

Die Ponticelli-Streicher beim Neujahrskonzert „strings in the moon“ in der Alten Kirche Mochenwangen; Percussion und E-Piano – hier nicht im Bild – kamen erst später dazu.

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